ERKLÄRUNG

FÜR EINE DEMOKRATISCHE KONTROLLE

DER INTERNATIONALEN FINANZMÄRKTE

 

Die internationalen Finanzmärkte sind zu einer Macht geworden, die zunehmend die Politik bestimmt. Immer mehr Lebensbereiche geraten unter das Diktat von Dax, Dow Jones und "Shareholder Value". Im Namen einer Modernisierung, die als unabänderlicher Sachzwang präsentiert wird, untergräbt die Macht der Finanzmärkte die Demokratie. Mit der Drohung auf einen anderen "Standort" oder eines der Steuerparadiese und "Off Shore- Bankzentren" auszuweichen, verfügen internationale Finanzkonzerne und KapitalbesitzerInnen über ein Erpressungspotential, mit dem sie die Politik demokratisch gewählter Regierungen ihrer Disziplin unterwerfen.

Mit Transaktionen von 1.500 Milliarden Dollar pro Börsentag, wovon der Löwenanteil auf Geschäfte mit spekulativem Charakter entfällt, ist eine völlig neue Qualität internationaler Wirtschaft entstanden. Doch die grenzenlose Freiheit der Kapitalflüsse führt zu einer wachsenden Instabilität der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die sich in immer kürzeren Abständen in Krisen entlädt. Durch Finanzcrashs werden jahrelange wirtschaftliche Anstrengungen ganzer Volkswirtschaften über Nacht zunichte gemacht.

Die Behauptung, die Globalisierung bringe Wohlstand für alle, hat sich nicht bewahrheitet. Während eine kleine Gruppe von Globalisierungsgewinnern immer reicher und mächtiger wird, wachsen weltweit soziale Unsicherheit, Ausgrenzung und Armut. Die Kluft zwischen und innerhalb von Industrieländern und Entwicklungsländern wird immer größer. Die Lösung brennender ökologischer Probleme wird verschleppt. Im Interesse von Unternehmen und Kapitalbesitzern wird der Abbau der sozialen Sicherungssysteme betrieben.

 

Wir brauchen eine andere Politik!

Doch diese Art der Globalisierung ist nicht schicksalhaft und unaufhaltbar. Sie ist von staatlicher Politik zielgerichtet in Gang gesetzt worden. Durch internationale politische Regulierung könnten die entfesselten Marktkräfte soweit gezähmt werden, dass ihr destruktives Potenzial eingedämmt wird. Dazu ist allerdings gesellschaftliche Bewegung von unten notwendig. Um erfolgreich zu sein, muss dieser Druck national und international organisiert sein, beispielsweise in enger Zusammenarbeit mit den ATTAC-Bewegungen in vielen Ländern. Nur dann wird etablierte Politik die Interessen der Mehrheit der Menschen gegen die Interessen der Wirtschaft vertreten. Eine Bewegung für die demokratische Kontrolle der Finanzmärkte muss vielfältige Aktionsformen nutzen, von der Aufklärungsarbeit für Öffentlichkeit und Medien, über Lobbytätigkeit bis zum öffentlichkeitswirksamen Protest.

 

 

Deshalb fordern wir:

Spenden- und Beitragskonto Share e.V., Stichwort Finanzmärkte, 10 15 15 0 bei der Ökobank (BLZ 500 901 00.)

Kontakt: Share, Ökozentrum, Artilleriestr. 6, 27283 Verden, 04231/957-591, fax 957-594,

e-mail: [email protected], www.share-online.de/Finanzmaerkte.

Unsere internationalen Partner von ATTAC sind unter www.attac.org zu finden.

 

Die unterzeichnenden Organisationen tragen die Erklärung mit und unterstützen die Anliegen und die Arbeit des Netzwerkes zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte

Organisationen:

Aktion Selbstbesteuerung

ALASEI

Arbeitskreis Ökonomie und Kirche

Arbeitskreis Politische Ökonomie: FATAL GLOBAL?

Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung - BLUE 21

Bundesarbeitsgemeinschaft Internationalismus - BAGI

Basis Grün - Linke Grüne in Bayern

Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag - BER

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Friends of the Earth Germany - BUND

Dachverband entwicklungspolitischer Aktionsgruppen in Baden-Würtemberg

EIRENE Deutscher Zweig

Entwicklungspolitische Gesellschaft - EpoG

Fachstelle Wirtschaftspolitik des ABP

Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika - FDCL

Frauen für den Frieden

Germanwatch Berlin

Gossner Mission

Grüne Jugend Bundesverband

Industriegewerkschaft Druck und Papier, Publizistik und Kunst

Informationsstelle Lateinamerika - ila

INKOTA-Netzwerk

Initiative Ordensleute für den Frieden - IOF

Jusos Hamburg

Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika - KASA

Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung - KATE

Kairos Europa

Kreisverband Potsdam Bü 90/Grüne

Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie

Le Monde diplomatique Deutschland

Linksruck

Medico international

Netzwerk am Turm

Netzwerk gegen Konzernherrschaft

Ökumenisches Netz Rhein Mosel Saar

Ökumenisches Netz Württemberg

Oswald von Nell-Breuning-Institut

Pax Christi Deutsches Sekretariat

Pax Christi Regionalstelle der Bistümer Osnabrück und Hamburg

Pax Christi Basisgruppe Koblenz

PLÄDOYER für eine ökumenische Zukunft

Share – Aktion für gerechte Ökonomie

Solidaritätsdienst International - SODI

spw-Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft (Redaktion)

Südwind – Institut für Ökonomie und Ökumene

Stiftung Nord-Süd Brücken

Stiftung Umverteilen

Versöhnungsbund - Landesgruppe Baden-Württemberg

WorldEconomy, Environment and Development - WEED

Weltfriedensdienst

 

Einzelpersonen:

Andreas Bummel

Prof. Elmar Altvater, FU Berlin

Eberhard Bauer

Kerstin Bertow

Lena Bröckl

Cailly Jean-Michel, Mitglied der "Anis du Monde Diplomatique"

Dr. Bernhard Danzer

Veronika Dehnhard

Prof. Ulrich Duchrow (Universität Heidelberg)

Lorenz Erdmann

Dr. med. Wolfgang Fabricius

Cornelie Feld

Heiko Glawe, Politologe

Marc Gronwald

Marie Luise v. Halem

Prof. Friedhelm Hengsbach SJ

Detlev Hensche, Hauptvorstand IG Medien

Dr. Stefan Hessler, J.W. Goethe-Universität Ffm

Prof. Rudolf Hickel, Universität Bremen

Prof. Johannes Hoffmann, J.W. Goethe-Universität Ffm

Carsten Hübner MdB

Prof. Jörg Huffschmid, Universität Bremen

Dirk Jörke

Gerhard Katzer

Thomas Klouth

Hayati Koc

Marianne Koch

Petra Kraft

Gisela Kremberg

Hans Langlotz

Dr. Matthias Lüdeke

Ulla Lötzer MdB

Prof. Birgit Mahnkopf, FHW Berlin

Ingrid Manthey

Jürgen Menthe

Ulrich Meinecke, Geschäftsführer der HBV Hamburg

Christian Osterhaus

Hermannus Pfeiffer, Publizist

Raffaele Piria

Tobias Polzin

Eva Quistorp MdEP a.D.

Jörg Reinbrecht, HBV-Hauptverwaltung Internationales

Clemens Ronnefeld

Ingrid Rössel-Drath

Dr. Walter Romberg, Minister a.D.

Dr. Heinrich Ruhemann

Ruth Ruhemann

Dr. Tomas Sauer

Astrid Schaffert

Horst Schiermeyer

Dr. Dietrich Schirmer

Ingo Schmidt

Martin Schodlok

Walter Schütz

Werner Schuster, MdB

Matthias Striebich

Roland Süß

Reinhold E. Thiel, Chefredakteur "Entwicklung und Zusammenarbeit"

Norbert Trautwein, Gewerkschaft HBV-HV

Dr. Shungu M. Tundanonga-Dikunda

Thomas Viertel

Manuel Weber

Heinrich Wollny

Gernot Wolter